Oralmotorische Verhaltensweisen

Es ist bekannt, dass Menschen mit AS alles in den Mund stecken.

Im frühen Säuglingsalter kommt es häufig vor, dass sie an Händen oder Füßen nuckeln. Die Phase des entdeckenden Spielens, welches sehr stark durch das in den Mund nehmen und Kauen gekennzeichnet ist, ist bei Angels andauernd und kann bis in das pubertäre Alter anhalten. Einige Angels weisen auch einen auffällig breiten Mund mit hervorstehendem Unterkiefer auf, wodurch es zu einem Unterbiss kommt. Dies kann u.a. durch die übermäßige oralmotorische Aktivität hervorgerufen werden.Auch die Zähne der Angels werden durch diverse Kaumaterialien stärker beansprucht, sind oft kleiner als der Durchschnitt und stehen weiter auseinander. Die Zahnschmelzbildung sowie die Entwicklung des Zahnfleisches sind dagegen normal ausgeprägt und auch Karies kommt bei Angels nicht häufiger vor als bei anderen Menschen mit geistiger Behinderung.Die Zunge hat meist eine normale Form und Größe; es kommt jedoch bei 30-50% der Betroffenen zum ausdauernden und anormalen Herausstrecken der Zunge. Dies kann von leichtem Überragen der Zunge über die Bissstellung, bis hin zum dauerhaften Hervorstrecken der Zunge variieren. Häufig zeigt sich auch vermehrtes Sabbern, welches durch einen verringerten Schluckreflex begründet sein kann. Die Mundmotorik ist alles in allem ein sehr komplexes System, welches bei AS-Betroffenen eine ebenso langwierige Entwicklung aufweist, wie die Fein- und Grobmotorik. So zeigen AS-Betroffene oft ein gestörtes Kau- und Schluckverhalten, welches mit logopädischer Therapie verbessert werden kann. Es wird ebenfalls überlegt, ob diese gestörte Mundmotorik zum Ausbleiben der Sprache beiträgt.

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