Lachen und Freude

Es ist bislang unbekannt, warum das Lachen beim AS-Syndrom so ausgeprägt ist.

Selbst das Lachen gesunder Kinder ist psychologisch und neurophysiologisch noch nicht vollständig erklärbar und es ist kein „Lachzentrum“ im Hirn bekannt. Obwohl es eine Form der Epilepsie gibt, die mit Lachen in Verbindung gebracht wird, ist dies nicht die Form, unter der AS-Betroffene leiden, da die Anfälle kein Lachen hervorrufen oder damit in Zusammenhang gebracht werden können.Untersuchungen des Gehirns von Angels, größtenteils im Kernspinresonanztomographen oder mittels CT, ergaben keinen fokalen Hirnschaden, der auf eine das Lachen hervorrufende Fehlentwicklung oder Anomalität des Gehirns hinweist. Das Lachen im Rahmen von AS scheint vielmehr ein expressives motorisches Ereignis zu sein, und die meisten Reaktionen auf physische oder geistige Reize werden von Lachen oder dem Lachen ähnliche Grimassen begleitet.Angels erleben Gefühle wie andere Menschen auch, aber ihr Ausdrucksrepertoire scheint oft auf die Verhaltensweise offenbarer Freude begrenzt zu sein. Erster Anhaltspunkt für dieses charakteristische Lachen kann früh einsetzendes oder beharrliches „soziales Lächeln“ im Alter von 1 - 3 Monaten sein. Kichern, Glucksen und ständiges Lächeln entwickeln sich weiter, aber das normale Gurren und Plappern verzögert sich oder kommt nur selten vor. Später beherrschen eine Anzahl von charakteristischen Gesichtsausdrücken und Verhaltensweisen die Charakterzüge des Säuglings. Nur wenige Kinder haben wirklich ein anfallsartiges Lachen, das keiner belustigenden Situation zuzuordnen ist. Meistens weisen AS-Betroffene lediglich einen glücklichen Gesichtsausdruck und fröhliche Verhaltensweisen auf.Zu diesem fröhlichen Wesen können auch Punkte wie autistische Züge und ein vermindertes Schmerzempfinden beitragen. Kleine AS-Kinder können den Anschein erwecken, dass sie in ihrer eigenen Welt rundum zufrieden sind und reagieren erst recht spät direkt auf ihre Umwelt. Zudem berichten einige Eltern, dass ihre Kinder ein vermindertes Schmerzempfinden zeigen. So wurden gebrochene Knochen, oder durch zu heißes Badewasser verbrannte Haut nicht von den Betroffenen angezeigt. Erst durch eine Fehlstellung von Extremitäten, eine offensichtliche Wunde oder das aufmerksame Beobachten von abweichenden Verhaltensweisen konnte eine Erkrankung erkannt und behandelt werden. Bei einigen AS-Betroffenen ist die Freude jedoch auch flüchtig, da Reizbarkeit und Hyperaktivität die vorherrschenden Charaktereigenschaften sind. Weinen, Kreischen und Schreien treten dann häufiger auf als die fröhlichen Verhaltensweisen. Dies kann neben physiologischen Gründen auch in der fehlenden Sprachfähigkeit begründet sein (→ siehe Kommunikationsentwicklung).

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