Es ist bislang unbekannt, warum das Lachen beim AS-Syndrom so ausgeprägt ist. Selbst das Lachen "normaler" Kinder ist psychologisch und neurophysiologisch noch nicht vollständig erklärbar und es ist kein "Lachzentrum" im Hirn bekannt. Obwohl es eine Form der Epilepsie gibt, die mit Lachen in Zusammenhang gebracht wird (Gelastische * Epilepsie), ist dies nicht die Form, unter der AS-Patienten leiden, da die Anfälle kein Lachen hervorrufen oder mit Lachen in Zusammenhang gebracht werden können.

*) Gelasma: verkrampftes bzw. zwanghaftes Lachen

Untersuchungen des Gehirns von AS-Patienten, größtenteils mit Kernspinresonanztomographie oder Computertomographie durchgeführt, ergaben keinen fokalen Hirnschaden, der auf eine das Lachen hervorrufende Fehlentwicklung oder Anomalität des Gehirns hinweist. Das Lachen im Rahmen von AS scheint vielmehr ein expressives motorisches Ereignis zu sein, und die meisten Reaktionen auf physische oder geistige Reize werden von Lachen oder dem Lachen ähnlichen Grimassen begleitet (Williams and Frias, 1982).

AS-Kinder erleben Gefühle wie andere Kinder auch, aber ihr Ausdrucksrepertoire scheint oft auf die Verhaltensweise offenbarer Freude begrenzt zu sein.

Erster Anhaltspunkt für dieses charakteristische Lachen kann früh einsetzendes oder beharrliches "soziales Lächeln" im Alter von 1-3 Monaten sein. Kichern, Glucksen und ständiges Lächeln entwickeln sich weiter, aber das normale Gurren und Plappern verzögert sich oder kommt nur selten vor. Später beherrschen eine Anzahl von charakteristischen Gesichtsausdrücken und Verhaltensweisen die Charakterzüge des Säuglings.

Nur wenige Kinder haben ein wirklich anfallartiges, "ansteckendes" Lachen, daß den Unterricht stört oder andere nachts wachhält. Meistens weisen AS-Kinder lediglich einen glücklichen Gesichtsausdruck und fröhliche Verhaltensweisen auf, und sie lächeln auf allen Familienfotos.

Bei einigen Kindern ist die Freude jedoch flüchtig, da Reizbarkeit und Hyperaktivität die vorherrschenden Charaktereigenschaften sind. Weinen, Kreischen, Schreien und kurze Kehllaute treten dann häufiger auf als die fröhliche Verhaltensweise. Trotz der verschiedenen Laute, die das Kind von sich gibt, ist es nicht imstande, sinnvolle Worte zu sprechen.

Zum nächsten Merkmal: Physisches Wachstum

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