Erwartungsgemäß werden Krampfanfälle beim AS-Kind noch vor der Pubertät zum Problem.

Berichte der Fachliteratur weisen darauf hin, dass über 90% der AS-Patienten unter Anfällen leiden. Dieser Wert könnte jedoch übertrieben sein, da Daten über AS-Kinder mit Anfällen häufiger Eingang in die Fachliteratur finden als die der Kinder, die nicht darunter leiden. Einige bekommen schon mit 5 Monaten Anfälle, und in der Regel beginnen sie bereits vor dem Alter von 3 Jahren. Hohes Fieber kündigt teilweise den ersten Anfall an; er kann aber auch spontan auftreten und ist durch Zuckungen der Extremitäten oder Ohnmachtsanfälle leicht als solcher identifizierbar. Manchmal sind die Anfälle jedoch schwer zu erkennen, da sie lediglich durch Flattern der Wimpern oder zeitweiliges Starren gekennzeichnet sind. Außerdem können sie wegen der ständigen Unaufmerksamkeit des Kindes und wegen dessen „normalen“ ruckartigen Bewegungen und Zittern schwer identifizierbar sein. In Zweifelsfällen, ob eine bestimmte Verhaltensweise ein Anfall ist, ist auch das EEG nicht besonders hilfreich, da es unabhängig davon, ob ein Anfall vorliegt oder nicht, stark anormal erscheinen kann. Beim AS weist das EEG meist symmetrische, langsame Kurven mit hoher Spannung auf, besonders ausgeprägt in parietal-okzipitalen Bereichen (Scheitelbeinwärts/am Hinterkopf) mit Anhäufungen steiler/langsamer Wellen, die so aussehen können – und dies ist teilweise auch offensichtlich der Fall – wie elektrische Anomalitäten, die mit Krampfanfällen in Verbindung gebracht werden. Während der Untersuchung erhält man die charakteristischen EEG-Daten in Phasen, in denen der Patient die Augen geschlossen hat.
(Boyd et al., 1988)

Was ist die beste Behandlungsmethode bei Krampfanfällen im Rahmen des AS?
Es gibt bislang noch keine wissenschaftliche Übereinstimmung hinsichtlich einer optimalen Medikation. Es gibt jedoch bestimmte Anwendungsschemata, die bei AS am häufigsten Anwendung finden. Antiepileptika, die bei kleinen Anfällen eingesetzt werden (Valproic acid, Clonazepam etc.) werden häufiger angewendet, als Medikamente, mit denen man große Anfälle behandelt (Diphenylhydantoin, Phenobarbital etc.). Eine Einzelmedikamentation ist vorzuziehen, jedoch oft unzulänglich, um die Anfälle vollständig auszuschalten. Eltern und Ärzte fragen sich oft, wie aggressiv eine Behandlung der Anfälle durch höhere Dosierung oder zusätzliche Medikamente ausfallen sollte. Meist wird ein Kompromiß zwischen dem Risiko der Nebenwirkungen bei höherer Dosierung oder Verwendung mehrerer Medikamente und dem Risiko der Inkaufnahme eines vereinzelt auftretenden Anfalls geschlossen.

Zum nächsten Merkmal: Lachen und Freude

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