Kommunikationsentwicklung

Die Kommunikationsentwicklung ist abhängig vom Sprachverständnis des Angels.

Stark betroffene Angels haben ein weniger ausgeprägtes Sprachverständnis, das sich auf wenige Worte beschränkt. Wieder andere Angels verstehen Ihre Umwelt hingegen sehr gut. Je nach Sprachverständnis gibt es verschiedene Möglichkeiten, AS-Betroffenen zu einer „eigenen Stimme“ zu verhelfen, denn eine Entwicklung der Lautsprache ist bei ihnen nicht zu erwarten.

Die typischen Sprachstörungen des AS können wie folgt dargestellt werden:

  • Babys und Kleinkinder weinen seltener als gesunde Kinder und „babbeln“ und „gurren“ weniger

  • Im Alter von 10 bis 18 Monaten kann sich ein einzelner erkennbarer Laut, wie z.B. „Ma-ma“ entwickeln, wird aber nur selten und ungezielt verwendet, ohne Bedeutungsträger zu sein.

  • Im Alter von 2-3 Jahren wird deutlich, dass die Sprachentwicklung verspätet ist. Es wird jedoch nicht unbedingt bemerkt, wie ruhig das AS-Kind allgemein ist; es weint und schreit nur selten.

  • Nach dem 3. Lebensjahr versuchen die am weitesten entwickelten AS-Kinder sich mit nichtverbaler Sprache auszudrücken. Sie können auf Körperteile zeigen und einige ihrer Bedürfnisse durch Handbewegungen deutlich machen. Es fällt ihnen jedoch viel leichter, Aufforderungen zu verstehen und Folge zu leisten, als sich selbst auszudrücken.

  • Andere AS-Kinder, besonders Patienten mit starken Anfällen oder extrem hyperaktivem Verhalten, können nicht genug Aufmerksamkeit aufbringen, um auch nur die ersten Schritte der Kommunikation, wie z.B. Herstellung eines bedeutungsvollen Augenkontaktes, zu erlernen.

  • Die nichtverbalen Sprachfähigkeiten älterer AS-Betroffener sind sehr unterschiedlich ausgeprägt.


Betroffene mit den Formen der Mutation oder des Imprinting lernen meist einzelne Worte sprechen, Betroffene mit Deletion erwerben nahezu keine Lautsprache.
Um dem Angel dennoch das existentielle Bedürfnis zu erfüllen, sich mitteilen zu können, sollte man frühzeitig mit Alternativen zur Lautsprache beginnen (→ siehe auch Problematik mit dem Umfeld).

>>Zum nächsten Merkmal: Sehstörung>>