Reaktion der Geschwister

Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, wenn man Fragen offen und ehrlich beantwortet.


Die Geschwister von AS-Kindern werden am besten mit der Behinderung ihrer Schwester/ihres Bruders fertig, wenn es einen ständigen Kommunikationsfluss gibt und man ihre Fragen offen und ehrlich beantwortet. Umfangreiche Erklärungen sind anfangs nicht nötig: einzelne Fragen ergeben sich mit der Zeit von selbst und können altersentsprechend beantwortet werden. Sobald das Kind versteht, dass seine Schwester/sein Bruder beeinträchtigt ist, lernt es, dies zu akzeptieren und damit umzugehen.
Es ist für alle Eltern schwer, soviel Zeit mit ihren gesunden Kindern zu verbringen, wie sie dies gern täten. Die Kinder werden eifersüchtig und fühlen sich vernachlässigt, wenn die Eltern mehr Zeit mit ihrer Schwester/ihrem Bruder verbringen. Sie verlangen teilweise auch dann besonders viel Aufmerksamkeit, wenn sie die Situation verstanden haben. Viele Eltern sind zu dem Schluss gekommen, dass es empfehlenswert ist, die Geschwister im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Versorgung der AS-Kinder zu beteiligen. Dabei ist es jedoch sehr wichtig, die Verantwortung des Kindes für die behinderte Schwester/den behinderten Bruder in einem angemessenem Rahmen zu halten. Ein Kind mit vielen zeitaufwendigen Aufgaben könnte später verärgert darüber sein, dass es andere Kindheitserlebnisse verpasst hat, oder es bekommt Gewissensbisse, weil es spielt und Spaß hat, obwohl es eigentlich zu Hause gebraucht wird. Es ist wichtig, dass die Eltern solche Gefühle wahrnehmen und sensibel damit umgehen. Das Kind sollte selbst die Entscheidung treffen, inwieweit es für die Schwester/den Bruder Verantwortung übernehmen will.


Außerdem ist es besonders wichtig, mit dem gesunden Kind über dessen Gefühle und Gedanken zu sprechen und es wissen zu lassen, dass es jederzeit mit den Eltern darüber reden kann. Sehr hilfreich ist es auch, mit dem gesunden Kind etwas Besonderes zu unternehmen, damit es sich der Liebe der Eltern gewiss ist. Durch eine sogenannte tägliche Qualitätszeit, in der die Mutter oder der Vater sich mit dem gesunden Kind alleine beschäftigt, weiß das Kind, dass es sich für einen bestimmten Zeitraum am Tag der ungeteilten Aufmerksamkeit seiner Eltern gewiss sein kann.
Eltern machen sich ebenfalls Gedanken darüber, wie sie reagieren, wenn Freunde der Geschwister fragen, was denn das AS-Kind hat. Sie denken, sie müssten anstelle des Kindes antworten, um ihm die Verantwortung abzunehmen oder es in Schutz zu nehmen. Kinder sprechen jedoch untereinander die gleiche Sprache und können sich oft gegenseitig Dinge besser erklären als die Eltern. Wenn das Kind über die Krankheit seiner Schwester/seines Bruders informiert wurde, weiß es mit den Fragen aus seinem Umfeld umzugehen.

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