Reaktion der Geschwister

Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, wenn man Fragen offen und ehrlich beantwortet.

Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass die Geschwister von AS-Kindern am besten mit der Behinderung ihrer Schwester/ihres Bruders fertig werden, wenn es einen ständigen Kommunikationsfluss gibt und man ihre Fragen offen und ehrlich beantwortet. Umfangreiche Erklärungen sind anfangs nicht nötig; einzelne Fragen ergeben sich mit der Zeit von selbst und können dementsprechend beantwortet werden. Sobald das Kind versteht, dass sein Bruder/seine Schwester etwas Besonderes ist, lernt es, dies zu akzeptieren und damit umzugehen.
Es ist für alle Eltern schwer, soviel Zeit mit ihren gesunden Kindern zu verbringen, wie sie dies gern täten. Die Kinder werden eifersüchtig und fühlen sich vernachlässigt, wenn die Eltern mehr Zeit mit ihrer Schwester/ihrem Bruder verbringen. Sie verlangen teilweise auch dann besonders viel Aufmerksamkeit, wenn sie die Situation verstanden haben. Viele Eltern sind zu dem Schluss gekommen, dass es wichtig ist, die Geschwister an der Versorgung der AS-Kindes zu beteiligen.

Außerdem ist es besonders wichtig, mit dem gesunden Kind über dessen Gefühle und Gedanken zu sprechen und es wissen zu lassen, dass es jederzeit mit den Eltern darüber reden kann. Andere Eltern haben vorgeschlagen, mit dem gesunden Kind etwas Besonderes zu unternehmen, damit es sich der Liebe der Eltern gewiss ist.
Eine Mutter geht z. B. jeden Tag mit ihrem Sohn nach der Schule alleine in sein Zimmer, um sich mit ihm über seinen Tag zu unterhalten. Das Kind weiß somit, dass es sich für 15 bis 30 Minuten am Tag der ungeteilten Aufmerksamkeit seiner Mutter gewiss ist.

Es ist empfehlenswert, die Verantwortung des Kindes für die behinderte Schwester/ den behinderten Bruder in einem bestimmten Rahmen zu halten. Ein Kind mit vielen zeitaufwendigen Aufgaben könnte später verärgert darüber sein, dass es andere Kindheitserlebnisse verpasst hat, oder es bekommt Gewissensbisse, weil es spielt und Spaß hat, obwohl es eigentlich zu Hause gebraucht wird. Es ist wichtig, dass die Eltern solche Gefühle wahrnehmen und sensibel damit umgehen. Manchmal kann es hilfreich sein, dem Kind selbst die Entscheidung zu überlassen, inwieweit es für die Schwester/den Bruder Verantwortung übernehmen will.

Eltern machen sich ebenfalls Gedanken darüber, wie sie reagieren, wenn Freunde der Geschwister fragen, was denn das AS-Kind hat. Sie denken, sie müssten anstelle des Kindes antworten, um ihm die Verantwortung abzunehmen oder es in Schutz zu nehmen. Kinder sprechen jedoch untereinander die gleiche Sprache und können sich oft gegenseitig Dinge besser erklären als die Eltern. Wenn das Kind über die Krankheit seiner Schwester/seines Bruders informiert wurde, brauchen die Eltern keine Fragen zu fürchten. Die Annahme oder Ablehnung der Antwort wird zeigen, wie weit die Freundschaft geht. Das Kind hat die Situation jedoch jederzeit unter Kontrolle.

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