Die Diagnose wird selten schon in der Entwicklungsphase gestellt. Jedoch treten viele typische Verhaltensweisen und physische Merkmale auf, die auf AS deuten. Probleme beim Stillen des Säuglings treten sehr häufig auf und sind durch Schwierigkeiten beim Saugen und Schlucken gekennzeichnet. Einige AS Babys zeigen sogar kein Interesse am Stillen. Die Säuglinge weisen teilweise anormales Herausstrecken der Zunge oder starkes Sabbern auf, was auf ein oralmotorisches Koordinationsproblem zurückgeführt werden kann.

Häufiges Spucken kann als Überempfindlichkeit gegen die Nahrung oder deren Zusammensetzung fehlinterpretiert werden. Wegen des häufigen Spuckens wird teilweise ein Verdacht auf gastroesophagealen Reflux (Rückfluß) geäußert und obwohl ein Reflux vorhanden sein kann, so ist er meist von geringem Ausmaß.

Dieses „Spuckproblem“ kann zu Gewichtsverlust oder geringfügigen Entwicklungsstörungen führen, was oft eine Reihe von Arztbesuchen zur Folge hat.Bei AS-Kindern ist oft frühzeitig „soziales­ Lächeln“ zu beobachten, und zwischen 3 und 6 Monaten kommt es zu übermäßigem Kichern und Gurgeln. Diese exzessive Freude kann mit der hervorgestreckten Zunge in Verbindung gebracht werden, was dann oft den Anschein erweckt, sie sei besonders groß. Es sind keine deutlichen Anomalitäten in den Gesichtszügen zu erkennen, außer dass bei ca. 30-80% der Säuglinge ein Schielen zu beobachten ist. Eine gewisse Muskelschwäche kann auftreten, ist jedoch in der Regel nicht gravierend. Eine Verzögerung der motorischen Entwicklung wird mit 6 - 12 Monaten deutlich, wenn das Kind noch nicht krabbelt und sitzt. Bei einigen Kindern vermutet man eine schwache zerebrale Lähmung, besonders da starke Bänderreflexe (z.B. Kniereflex) fast immer hyperaktiv sind. Die Bewegungen des Oberkörpers können bebend/zittrig sein und den Sitzvorgang oder andere Fähigkeiten, für die ein Gleichgewicht der Lendenwirbelsäule notwendig ist, stark behindern.Eine Minderheit der AS-Säuglinge bekommt schon im Alter von 12 Monaten Krampfanfälle. Diese Anfälle können sehr heftig sein und resultieren in (oder sind begleitet von..)  einem auffälligen EEG. Oft besteht die Notwendigkeit, mehrere Antiepileptika zur Kontrolle der Anfälle zu verabreichen.Obwohl die Kopfgröße bei der Geburt normal ist, verlangsamt sich die Entwicklung in so einem Maße, dass zwischen 6 und 12 Monaten erstmals die Besorgnis um den auffällig kleinen Kopf (Mikrozephalie) auftritt.

Zur nächsten Entwicklungsphase: 1-3 Jahre

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