4 - 12 Jahre

Während dieser Phase kann eine Therapie zum Erlernen des selbständigen Laufens von besonderer Bedeutung sein (Physiotherapie). AS-Kinder fangen wegen ihrer Gleichgewichtsstörungen und den ruckartigen Bewegungen erst spät mit dem Laufen an. Beim Versuch zu Stehen oder zu Laufen ergeben sich eine Reihe von Hindernissen. Manche Kinder sind so ataktisch, dass das Laufen für sie unmöglich ist, bis sie älter werden und sich motorisch besser unter Kontrolle haben. Andere Kinder laufen bereits mit 2-3 Jahren, da die Stärke der Ataxie* sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das anomale Laufen führt oft zu einer orthopädischen Untersuchung, besonders wenn zunächst der Verdacht auf zerebrale Lähmung bestand.Bei Kindern mit Krampfanfällen sind diese in dieser Entwicklungsphase medizinisch schwer in den Griff zu bekommen, obwohl die Anfälle meist recht schwach ausfallen. Dafür können sie häufig auftreten und eventuell nicht auf die verabreichten Antiepileptika ansprechen, so dass teilweise ein wiederholtes Wechseln der Medikamente sowie häufige Besuche beim Neurologen notwendig werden. Bei Kindern, die noch nie unter Krampfanfällen litten, können sie in dieser Entwicklungsphase auftreten. Einige wenige Kinder bekommen nie Anfälle, obwohl das EEG auffällig ist und bleibt. Während dieses Alters wird das Entwicklungstraining meist in schulischer Umgebung fortgeführt. Eine bedeutende Anzahl der AS-Kinder wird relativ trocken (kontinent), wobei dies sehr viel Geduld und ein genau strukturiertes Training erfordert. Viele Kinder sind in diesem Alter jedoch nicht vollkommen trocken. Eine relativ große Anzahl kann zwar „zeitlich“ trainiert werden, ist jedoch trotzdem nicht absolut kontinent. Beschäftigungs- und Physiotherapie werden bereits in integrativen Kindergärten angewandt. Hier erfahren die Kinder den sozialen Umgang in der Gruppe, lernen – soweit dies möglich ist – sich spielerisch auf Abläufe zu konzentrieren. Selbsthilfefähigkeiten, wie Essen und Anziehen, sind Therapiekomplexe, die oft durch Ungelenkigkeit und unkoordinierte Bewegungen behindert werden, obwohl sich diese motorischen Probleme in der späteren Kindheit bessern können. Wegen ihrer motorischen Hyperaktivität sind Angelman-Kinder besonders gefährdet und sind anfänglich nicht in der Lage, Gefahrensituationen einzuschätzen. Verletzungen im häuslichen Bereich treten durch Stolperfallen (z.B. Teppich etc.) oder durch Anstoßen am Mobiliar auf. Auch Schlafstörungen stellen für viele Familien eine besondere Belastung dar. Die Nachtaktivität der Angelman-Betroffenen lässt kaum eine Erholung der Eltern zu. Durch Forschungen wurde mittlerweile bewiesen, dass das körpereigene Hormon Melatonin nicht ausreichend produziert wird. Hier verweisen wir auf die Studie von Prof. Dr. Braam, welche auf unserer Homepage zu lesen ist.* Ataxie: Störung der Bewegungsabläufe und der Haltungsinnovation mit Auftreten unzweckmäßiger Bewegungen infolge gestörter funktioneller Abstimmung der entsprechenden Muskelgruppe

>>Zur nächsten Entwicklungsphase: von der Pupertät bis ins Erwachsenenalter>>

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