W.I.R Das Wohnprojekt

Stand November 2016

Vision

Eltern von geistig behinderten Kindern mit hohem Unterstützungsbedarf
möchten, dass ihre Kinder als Erwachsene selbstbestimmt in
einer verlässlichen, heterogenen Hausgemeinschaft leben können.
Mitten unter Familien, Singles und Paaren, jungen und alten Menschen
mit und ohne Handicap sollen Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf
wohnen und wie alle anderen Hausbewohner sich
nachbarschaftlich unterstützen und sich soviel Privatsphäre bewahren,
wie sie wünschen. Dieses Haus soll in einem lebendigen Quartier
mit guter ÖPNV-Anbindung an das Stadtzentrum stehen, damit
eine Teilhabe am Leben in der Stadt unkompliziert möglich ist.

Konzept


Urs Bürkle stellt im November 2012 in Regensburg die inklusive
Genossenschaft Vaubanaise eG aus Freiburg vor. Wir passen das
Konzept an unsere Regensburger Situation an und beginnen mit der
Realisierung.


1.Wohnen


Eine Genossenschaft baut in einem neu entstehenden Viertel eine
barrierefreie Wohnanlage mit ungefähr 50 unterschiedlichsten Wohnungen
von 40-140qm. 40% der Wohnfläche sind geförderte Wohnungen,
60% sind freifinanziert.
Die Architektur wird gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern
entwickelt.
Gemeinschaftsräume (Gemeinschaftsraum mit Küche im EG; großer
Gemeinschaftsraum, Bandraum und Werkstatt im UG) stehen
allen Bewohnern zur Verfügung.

Mitten in der Wohnanlage im 1.OG werden die 12 Menschen mit
hohem Unterstützungsbedarf in eigenen Appartements in zwei Clustern
wohnen. Die Appartements (etwa 30qm) mit Bad werden über
Gemeinschaftsflächen erschlossen. Zwei Appartements und die Gemeinschaftsflächen
erfüllen die Norm für Rollstuhlfahrer (Bewegungsfläche
1,50x1,50m).
Beide Cluster sind miteinander verbunden und teilen sich einen Gemeinschaftsbereich
mit Pflegebad und einem Zimmer mit Medikamentenschrank
und Übernachtungsmöglichkeit für den ambulanten
Dienst.


Die 12 Clusterbewohner werden selbst Genossen.
Wir Eltern gewähren unseren Kindern ein Darlehen in Höhe von
35.000 Euro für die Genossenschaftsanteile. Solange sie dort wohnen,
sind die Wohnanteile Schonvermögen. Um im Fall eines Auszugs
die Anteile vor dem Zugriff eines Kostenträgers zu schützen,
treten unsere Kinder ihren Anspruch gegen die Genossenschaft an
uns Darlehensgeber ab. Eine andere Möglichkeit ist die Zurverfügungstellung
von Solidaritätsanteilen durch ein Genossenschaftsmitglied.
Die Finanzierung der Miete erfolgt über die Grundsicherung.


2. Trägerübergreifendes, Persönliches Budget


Die 12 Clusterbewohner werden ein Trägerübergreifendes, Persönliches
Budget beim Kostenträger der Eingliederungshilfe (Bezirk
Oberpfalz) beantragen. Die Eltern haben sich entschlossen bei
diesem Verfahren eine Begleitung durch Anita Read und Leopold
Wimmer vom Kompetenzzentrum Persönliches Budget in Großkarolinenfeld
in Anspruch zu nehmen.


3. Ambulanter Pflege-und Betreuungsdienst


Um eine gute Unterstützung für die Clusterbewohner zu erreichen,
ist es für uns Eltern wichtig, dass wir alle nötigen Leistungen bei
einem Dienst einkaufen können. Ein Nebeneinander von ambulantem
Pflegedienst, AUW-Dienst (Leistungen der Eingliederungshilfe)
und Assistenzdienst halten wir für nervenaufreibend für alle
Beteiligten.

Stand des WIR Projektes im November 2016

1. Wohnen


Der Bau wächst. Die Wohnungen sind zu über 85% vergeben. Alle
künftigen Bewohner freuen sich auf den Einzug im nächsten Sommer.
Künftig muss Jakob hier in der Clusterküche seine iPad-Tasche mal
ablegen und beim Vorbereiten des Abendessens mithelfen.
2. Trägerübergreifendes Persönliches Budget
Die Termine für die Hilfebedarfskonferenzen sind für Mitte Dezember
festgelegt.


3. Ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst


Es freut uns sehr, dass die Lebenshilfe Regensburg jetzt einen Pflege-
und Betreuungsdienst gründet, der alle benötigten Leistungen
anbieten und abrechnen kann. Dort werden wir alle Unterstützungsleistungen
mit Hilfe unserer Budgets einkaufen.
Die Lebenshilfe hat einen Pflegedienstleiter gefunden und wird
einen Pflege- und Betreuungsdienst zum 01.01.2017 gründen; zunächst
vor allem für das WIR-Projekt. Ausschlaggebend für die
Entscheidung ist aber auch ein großer Bedarf an Pflege in den unterschiedlichen
Wohnangeboten der Lebenshilfe aufgrund der älterwerdenden
Betreuten und der wachsende Bedeutung der Pflege im
neuen BTHG.


Annette Fischer



Mehr Informationen zu W.I.R. Wohnen Inklusiv Regensburg eG
unter: www.wir-regensburg.de


 

 

W.I.R. Das Wohnprojekt schreitet voran. (Regensburg)

Mitte des Jahres soll der Bau beginnen. Ab 2016 können hier 12 Menschen mit rund-um-die-Uhr-Betreuung in einer bunten, heterogen Hausgemeinschaft leben. Interessierte können sich über das Projekt bei Annette Fischer informieren. http://wir-regensburg.de/

Die Suche nach der geeigneten Herberge - sie wird nicht vergebens sein. Das zumindest verspricht die Baugenossenschaft W.I.R., die die Idee von einer lebendigen Hausgemeinschaft nun zur Wirklichkeit machen will. Menschen mit und ohne Behinderung und insbesondere junge Familien mit Kindern sollen auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne ein neuen Zuhause finden. W.I.R. - das bedeutet "Wohnen Inklusiv Regensburg" und steht symbolisch für ein geliebtes Miteinander.

Klappt alles nach Plan, dann wird die Genossenschaft im Sommer kommenden Jahres den Spatenstich feiern können. Rund 50 Wohneinheiten in einer Größenordnung von 50 bis 120 Quadratmetern sollen in direkter Nachbarschaft zur Universität Regensburg entstehen. Wie groß die Wohnungen im Detail sein sollen, darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, teilten W.I.R-Vorstandsvorsitzende Annette Fischer und Mitinitiatorin Annette Purschke im MZ-Gespräch mit. Denn für rund 25 Wohneinheiten könnten sich Interessenten "ab sofort bewerben". Vergeben sind bereits jene Wohnungen, die für Menschen mit Behinderungen vorgesehen sind - insgesamt 18 an der Zahl.

http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/herberge-mit-dem-ganz-besonderen-konzept/1166512/herberge-mit-dem-ganz-besonderen-Konzept.html